Jährlich nimmt das Elefant Racing Team aus Bayreuth mit einem selbst konstruierten Wagen an der Student Formula Germany teil. Was muss man über das Team und den Wettbewerb wissen?

Das Stimmengewirr ebbt ab. Elena Dosch, Team Captain des Elefant Racing Team, beginnt die Design Presentation des diesjährigen Prototyps, andere Teammitglieder stellen dessen technische Eigenschaften vor. FR 16 Wotan heißt der bisher noch nicht angefertigte Wagen. Seit einigen Jahren werden die Namen dem Opernuniversum Richard Wagners entlehnt. Nach der Präsentation tauschen sich Teilnehmer und Gäste am Buffet oder bei einem Bier über die Präsentation aus. Die Stimmung ist gelöst, aber allen ist klar: Es liegt noch ein gutes Stück Arbeit vor uns.

Ein Konstruktionswettbewerb

Der Verein Elefant Racing e. V. wurde 2004  als einer der ersten seiner Art von Studenten der Universität Bayreuth gegründet. Ihr Ziel war es, an der Student Formula Germany teilzunehmen, einem Konstruktionswettbewerb, in dem Studenten im Rahmen eines festen Regelwerks einen Rennwagen konstruieren, der in verschiedenen Disziplinen gegen Konkurrenten antritt. Beschleunigung und maximale Kurvengeschwindigkeit werden abgeprüft, die Disziplin Endurance besteht aus einem Rennen über eine 22 Kilometer lange Strecke. Seit 2005 nimmt das Team jährlich mit einem neuen Wagen teil. Außer der Rennleistung fließen auch Kostenaufstellungen und Businesspläne, die im echten Wirtschaftsleben die Kunden überzeugen müssten, in die Bewertung mit ein. In Wirklichkeit werden die Wägen jedoch nicht verkauft. Die Finanzierung wird von Sponsoren übernommen.

Ein Karrieresprungbrett

Für die Sponsoren ist das eine großartige Möglichkeit, mit engagierten Studenten in Kontakt zu kommen. Umgekehrt könnten sich die Teammitglieder schon während des Studiums mit potentiellen Arbeitgebern vernetzen. Nicht nur Ingenieure sind gefragt: Auch Physiker, Informatiker, BWLer und Medienwissenschaftler gehören zum Team, erstellen Imagefilme und Businesspläne oder stellen Kontakt zu Sponsoren her.

100% elektrisch!

Seit 2011 ist das Team von Verbrennungs- auf Elektromotoren umgestiegen. Ausschlaggebend waren die Empfehlung der Sponsoren und die größeren Entwicklungsmöglichkeiten: Während man bei einem Verbrenner eher mit einem gekauften Motorradmotor arbeitet, gibt es im E-Bereich keine Fertiglösungen: Akkumulatoren und Motoren werden komplett selbst konstruiert. Außerdem, so hört man aus dem Team, ist die Beschleunigung deutlich krasser.

Evolution statt Revolution

2014/15 ist das Team auf ein Monocoque mit Karbon-Aluwaben umgestiegen. Dadurch konnte massiv Gewicht eingespart und die Saison erfolgreich gestaltet werden. Als 2015/16 jedoch die Kinematik verändert werden sollte, überforderte sich das Team, es gab Probleme mit Fertigungspartnern. Die Devise für dieses Jahr lautet daher: Evolution statt Revolution. Trotzdem bleibt der Erfindergeist ungebrochen. Für nächstes Jahr ist ein Umstieg auf Allradantrieb geplant. Ob solche Ideen verwirklicht werden können, hängt vor allem davon ab, wie sich das Team personell aufstellen kann.

Die Herkunft des Namens

Für den Namen Elefant Racing gibt es zwei Gründe: Einerseits war es zur Zeit der Gründung üblich, den Rennteams Tiernamen zu geben, andererseits beinhaltet das Wort Elefant die Abkürzung für Fakultät für angewandte Naturwissenschaften (FAN.) Hier befinden sich die Büroräume des Teams.