Gerne würde ich sagen: „Euch sind im Studium keine Grenzen gesetzt“, aber das kann ich nicht. Immer wieder stößt man im Rahmen des Studiums an Grenzen. Die Anrechnung von Veranstaltung in Modulen ist (oftmals) nicht möglich, das strenge Ausleihsystem der Bibliothek erschwert das Schreiben von Hausarbeiten während eines Praktikums oder das Lernen bei der Befreiung von Prüfungen oder aufgrund von Krankheit und familiärer Angelegenheiten.

Hier gefällt mir der Grundgedanke, mit dem die Liberale Hochschulgruppe die Themen angeht. Das Leitbild ist der freie, unabhängige und selbstbestimmte Student.

Die Hochschule ist für uns ein Ort, an dem der Studierende sich Wissen aneignen und seinen Interessen nachgehen möchte. Die Hochschule hat hierfür einen möglichst freien Rahmen zur Verfügung zu stellen, der jedem die Möglichkeit lässt, sich frei zu entscheiden. Im Gegensatz zu anderen Gruppen wollen wir als Liberale Hochschulgruppe keine Endziele festsetzen, sondern euch die größtmögliche Freiheit geben, euer Studium nach euren Interessen, Orten und Tempi zu gestalten. Wir sehen den Studierenden im Mittelpunkt und betrachten welche Entscheidungen getroffen werden können, nicht wie wir den Weg des Studierenden gestalten sollten.

Und genau diese Punkte finden sich auch in dem Wahlprogramm der LHG Bayreuth wieder.

Verkürzung der An- und Abmeldefristen

Wir fordern eine Veränderung der An- und Abmelde- Zeiten auf 24 Stunden vor der Klausur.
 Nicht selten muss man als Studierender feststellen, dass der Workload nicht mehr zu stemmen ist und man gezwungen ist sich ein „Scheinattest“ zu besorgen. Man sollte nicht dafür bestraft werden, dass man versucht hat ein umfangreiches Semesterprogramm abzuliefern und feststellen musste, dass das Arbeitspensum oder die Lernmethoden noch optimierbar sind. Denn oftmals ist bei der Anmeldung zur Klausur noch nicht absehbar, wie zeitintensiv die Aufarbeitung des Stoffes sein wird.

Doch nicht nur Scheinatteste können durch die Verkürzung der An- und Abmeldefristen verhindert werden. Studierende können dadurch auf aktuelle gesundheitliche Probleme reagieren oder auch bei anderweitig bestehenden Problemen von ihren Klausuren zurücktreten.

Denn im Vordergrund des Studiums sollte der Studierende stehen und nicht irgendwelche Fristen, die einen in der Gestaltung des Studiums einschränken.

Bessere Anrechnung von Kursen

Wir sehen in dem Bachelor/ Master System viele Vorzüge, die jedoch noch nicht ausgeschöpft werden. Dazu zählt zum einen eine stärkere Modularisierung, bei der neue Bereiche im Studium erschlossen werden, können aber auch die Anrechnung von Kursen, von denen der einzelne Student sagt, er möchte diese für seine generelle Bildung gehört haben. Die Universität als höchste Bildungseinrichtung sollte den Wünschen der Studierenden hierbei entgegenkommen und auch bei der Creditvergabe fachfremde Veranstaltungen verstärkt mit einbeziehen.

Oftmals bestehen an dieser Stelle Einschränkungen im Rahmen von Fachmodulen, aber vor allem in Wahl- / Kompetenzmodulen, die wir komplett freistellen wollen. Hier sollte jeder für sich entscheiden können, ob man doch lieber einen Rhetorik Kurs machen möchte oder ob beispielsweise ein Germaistikstudent meint, er könne Statistik in seinem späteren Berufsfeld gebrauchen.

Ein weiterer wichtiger Aspekt, der vielen zum einen bei der Anrechnung von Veranstaltungen helfen könnte, aber auch für die Auswahl des richtigen Studiengangs eine Hilfe sein kann, ist eine Stärkung des Studium Generale, bei dem jeder erst einmal frei zusammenstellen kann, welche Interessenbereiche man hat.

Ausbau des E-Book Angebots

Die moderne Welt ist mobiler geworden, dazu gehört auch, dass Studierende mehr unterwegs sind, ihre Praktika teilweise schon während der Studienzeit machen oder einfach von daheim aus lernen wollen. Zudem sind manche Bücher nur begrenzt vorhanden und eine zusätzliche Online–Nutzung ermöglicht mehreren Personen zeitgleichen Zugang. Das brächte den Studierenden große Vorteile, da in digitalen Versionen gezielter nach Inhalt gesucht werden kann (sog. Volltextsuche) und E-Books nicht versteckt oder geschwärzt werden können. Daher fordern wir die Bibliotheken auf, zeitgemäß zu handeln und das E-Book Angebot auszubauen.

Hierzu kann außerdem die Universität Aachen als Vorbild angesehen werden. Dort wurden Hiwis angestellt, um den Festbestand der Universitäten zu digitalisieren und als gescannte Dokumente bereitzustellen. Dies würde insbesondere in Hausarbeitszeiten eine deutliche Erleichterung der Arbeit darstellen.

Private Mensakonkurrenz

Wer kennt es nicht, man schaut in den Speiseplan der Mensa und es ist mal wieder nichts dabei, das einem zusagt. Daher möchte die LHG Bayreuth privaten Anbietern die Möglichkeit geben am Campus Essen zu verkaufen bzw. diese Möglichkeit erweitern (siehe RW-Café). Private Anbieter handeln auf eigenes Risiko und können individuelle Bedürfnisse leichter bedienen als das Studentenwerk. Wir freuen uns, dass auf unsere Initiative auch nach privater Ergänzung an Sonntagen geschaut wurde und nun der Swagman am Campus ist. Auch sieht man an der RW Cafeteria, dass sich private Anbieter durchaus behaupten können und wollen daher das Angebot ausbauen.

Denn warum sollten nicht die Studierenden auch hier eine freie Entscheidung treffen können, welches Angebot Angebt sie wahrnehmen wollen welches Angebot ihnen besser gefällt

 

Ich könnte hier noch mehr Punkte anführen, aber das würde den Artikel sprengen. Ihr könnt mich jedoch gerne persönlich anschreiben oder hier mit uns über weitere Punkte diskutieren.

Doch man sieht anhand der aufgeführten Punkte aus unserem Wahlprogramm klar, wofür die LHG Bayreuth steht: Für den freien, unabhängigen und selbtsbestimmten Studenten.

Wir wollen auch im kommenden Jahr diese Ideale in den studentischen Gremien der Universität vertreten.

Daher am 22.06. Juni den Wahlvorschlag „LHG – frei, unabhängig, selbstbestimmt“ wählen.