Blasse Haut, spindeldürr und Brillengläser dick wie Flaschenböden – das sind die Vorurteile, die mir in Verbindung mit dem Begriff „e-sport“ zuerst einmal einfielen. Doch was bzw. wer ist das e-sport Team der Uni Bayreuth eigentlich genau? Um das herauszufinden habe ich mich mit dem DOTA-Coach des UBT-Teams Tobias Lemke und Sven Bagger, einem ehemaligen Spieler des League of Legends Team 2 getroffen. Dabei habe ich schnell gemerkt, dass die oben genannten Vorurteile nichts mit der Realität zu tun haben.

Beim e-Sport-Team der Uni Bayreuth handelt es sich um Studenten und wissenschaftliche Mitarbeiter der Uni Bayreuth, die sich gemeinsam zum Ziel gesetzt haben, den e-sport an der Universität zu etablieren. Das Team wurde im Wintersemester 2014 gegründet und besteht derzeit aus ca. 100 Mitgliedern.

Im Rahmen des e-sport UBT Programmes werden verschiedene Titel, welche auf kompetitiver Ebene ausgetragen werden können, angeboten. Dazu zählen neben dem bekannten Spiel „League of Legends“ auch „dota 2“, „Counter Strike: Global Offensive“, „Hearthsstone“ und „Super Smash Bros“. Pro Titel werden, je nach den Kenntnissen der Spieler, mehrere Teams gebildet. Um das Training möglichst effektiv zu gestalten, gibt es für jeden Titel einen Trainer, der die Spieler auf die Uniliga vorbereitet. Beim wöchentlichen Training, das sowohl online als auch offline stattfindet, werden Spielanalysen durchgeführt, Taktiken besprochen und allgemein über das Spiel diskutiert. Neben dem wöchentlichen Training spielen die Spieler in ihren Teams jedoch auch abends nach der Uni noch das ein oder andere Spiel um die Reaktionen ihrer Teamkameraden besser kennen zu lernen, eine gewisse Routine zu entwickeln und Vertrauen zueinander aufzubauen. Das viele Training zahlte sich bei den letzten Turnieren dann auch aus: Das League of Legends Team 1 der Uni Bayreuth hat in der Sommersaison 2016 in der deutschen Universitätsliga den dritten Platz erreicht und das Team 1 von dota 2 in der joinDOTA League Division 4 den zweiten. Das C:S GO-Team setzte sich erfolgreich gegen alle Gegner durch und holte sich so den Sieg.

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League of Legends Team 1

League of Legends Team 2

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Auswahlspiele für die Teams

Die erfolgreiche Teilnahme an Turnieren ist jedoch nicht das einzige Ziel des e-sport-Projektes der Uni Bayreuth. Längerfristig soll ein eigenes universitäres Ligasystems aufgebaut werden, um deutschlandweit auf einer kompetitiven Ebene gemeinsam zu spielen und sich im Bereich des E-Sports auszutauschen. Um dies zu ermöglichen arbeitet das Team eng mit University E-Sport Germany zusammen.

Doch kann e-sport wirklich als Sport eingeordnet werden, oder ist es „nur“ ein Zocken zum Zeitvertreib? Bisher wurde das e-sport-Projekt nicht in das Programm des Hochschulsportes aufgenommen. In Anbetracht der Tatsache, dass es in diesem Bereich – vor allem in Fernost –  ähnlich große Turniere gibt wie im Fußball, kann der e-sport wohl als neue Sportart verstanden werden. Auch das Bestehen einer Uniliga für League of Legends und CS.GO spricht dafür, nicht nur professionelle Spieler, sondern auch Hobbyspieler, die sich zu Teams zusammen gefunden haben, als Sportler anzusehen. Es bleibt daher nur zu hoffen, dass das e-sport-Projekt in nächster Zeit in das Programm des Hochschulsportes eingegliedert wird.

Abschließend möchte ich mich noch bei Tobias Lemke und Sven Bagger dafür bedanken, dass sie sich die Zeit genommen haben mir die Welt der Zocker etwas näher zu bringen.

 

Falls dieser Beitrag in dir die Begeisterung fürs Zocken oder ein Interesse am e-sport im Allgemeinen geweckt hat, bist du im e-sport-Team immer herzlich willkommen. Besondere Kenntnisse sind kein Muss; viel wichtiger ist die Freude am Spielen und die Motivation sich zu verbessern. Gerne kannst du dich für weitere Fragen an Stefanie Zink, die Projektleiterin des e-Sport-Teams wenden. Näheres zu den Trainingszeiten findest du auch auf der Homepage.