„Was erwarte ich mir von meiner Universität?“ Diese Frage habe ich mir in den vergangenen Wochen oft gestellt. Die Antwort ist gleichermaßen simpel und komplex. Am liebsten wäre mir eine Universität, die in ihrem universitären Alltag die Studierenden in den Mittelpunkt stellt. Doch welcher Elemente bedarf es, um ein Umfeld zu schaffen, bei dem die Studierenden das Zentrum des universitären Alltags bilden? Es sind meiner Meinung nach im Wesentlichen zwei Faktoren, die ineinander greifen müssen. Zum einen muss es sich die Universität ganz selbstverständlich zur Aufgabe machen, die individuellen Interessen jedes Einzelnen bestmöglich zu fördern. Zum anderen sollte die Universität – als Vorbereitung auf das spätere Leben – die Studierenden mit einem möglichst hohen Maß an Eigenverantwortlichkeit wappnen. Der Schlüssel zu beiden Elementen ist es dabei, den Studierenden so viele Freiheiten wie möglich zu gewähren und ihnen nur die aller wesentlichsten Rahmenbedingungen vorzugeben, innerhalb derer sie ihre Persönlichkeit und damit auch ihr Potential frei entfalten können. Nur so haben wir, die Studentinnen und Studenten, die Chance, den für uns individuell richtigen Weg zu finden, unser Leben zu beschreiten.

Aus diesen grundlegenden Überlegungen ist das Wahlprogramm der Liberalen Hochschulgruppe für die bevorstehenden Hochschulwahlen entstanden. Heute möchte ich die Gelegenheit nutzen, euch einige der Ideen, mit denen wir die Studierenden in den Mittelpunkt des universitären Alltags stellen wollen, vorzustellen.

  1. IT – Zusatzausbildung

Nach unserer Vorstellung soll das Studium nicht aus der Abarbeitung eines starren Lehrplan bestehen. Vielmehr sollten die Universität auch diejenigen individuellen Interessen der Studierenden fördern, die außerhalb ihrer konkreten Fachgebiete liegen. Unser Ziel ist es, die Interdisziplinarität der Ausbildung an der Uni Bayreuth dadurch zu verbessern, dass den Studierenden nicht nur die Freiheit gegeben wird, ihren eigenen Interessen nachzugehen. Vielmehr soll ein solcher Blick über den Tellerrand des eigenen Fachgebiets konkret gefördert werden. In diesem Zusammenhang konnten wir uns im vergangenen Jahr erfolgreich dafür einsetzen, dass junge Gründer an der Uni Bayreuth in Zukunft die Chance haben, von einem Gründungssemester zu profitieren. Dies ist ein wichtiger Schritt um an der Uni Bayreuth den Gründergeist junger Menschen zu fördern.

Nachdem diese Forderung erfolgreich umgesetzt werden konnte, möchten wir uns nun in Anbetracht der fortschreitenden Digitalisierung für eine neue Zusatzausbildung an der Uni Bayreuth einsetzen. Die sogenannte „IT-Zusatzausbildung“ soll es allen Studierenden ermöglichen, im Rahmen ihrer Freimodule Grundkenntnisse der Informationstechnik zu erwerben. Um das fachübergreifende Interesse der Studierenden zu würdigen, soll zudem ein universitäres Zertifikat eingeführt werden, das den Absolventen die erlangten IT-Kenntnisse bescheinigt.

  1. Digitalisierung der Verwaltung

Unser Ziel ist die vollständige Digitalisierung der Verwaltung. Einige Anträge müssen nach wie vor schriftlich bei den Prüfungsämtern eingereicht werden. Wir sind der Meinung, die Studierenden können ihre Zeit sinnvoller nutzen, als ihre Anträge einzeln zu den Prüfungsämtern zu bringen. Deshalb möchten wir uns dafür einsetzen, dass zukünftig alle Anträge auch digital gestellt werden können. Dies vereinfacht nicht nur das Einreichen von Anträgen, sondern spart darüber hinaus sowohl den Studierenden als auch der Verwaltung Zeit.

Außerdem ist die Digitalisierung von Anträgen auch unter ökologischen Gesichtspunkten zu befürworten. Durch digitale Anträge können nämlich sowohl ein übermäßiger Papier- und Tintenverbrauch als auch ein etwaig erforderlicher Versand vermieden werden.

  1. Packstation am Campus

Obwohl – wie oben dargestellt – unnötige Versendungen dem Umweltschutz zuliebe vermieden werden sollten, können die Studierenden von Zeit zu Zeit nicht auf den Versandhandel verzichten. Im digitalen Zeitalter werden Unterlagen, die für die universitäre Ausbildung erforderlich sind, aus Kostengründen häufig im Internet bestellt. Nicht selten haben solche Bestellungen zur Folge, dass man am Tag der Lieferung stundenlang auf den Paketboten wartet oder das Paket in der Postfiliale am anderen Ende der Stadt landet. Um diese Folgen in Zukunft zu vermeiden, wollen wir uns dafür einsetzen, dass direkt am Campus eine Packstation aufgestellt wird. Dies würde es den Studierenden ermöglichen, sich Materialien, die ohnehin für den universitären Gebrauch bestimmt sind, direkt an zum Campus senden zu lassen. Dem langen Warten auf den Paketboten wird damit ein Ende gesetzt.

  1. Plastikflaschen in Getränkeautomaten

Wir wollen, dass die Getränkeautomaten zukünftig auch mit Plastik-Wasserflaschen bestückt werden. Obwohl wir als umweltbewusste Hochschulgruppe grundsätzlich Glasflaschen bevorzugen, hoffen wir mit der Einführung von Wasserflaschen aus Plastik ein konkretes Problem lösen zu können. Plastikflaschen dürfen nämlich im Gegensatz zu Glasflaschen mit in die Bibliothek genommen werden. Gerade am Wochenende hat man fast keine Möglichkeit an der Uni an eine Getränkeflasche zu kommen, die man mit in die Bibliothek nehmen kann. Durch Wasserflaschen aus Plastik könnte dieses Problem gelöst werden. Alle anderen Getränke aus den Automaten sollen hingegen aus ökologischen Gründen weiterhin in Glasflaschen verkauft werden.

  1. Bedarfsgerechtes Sprachkursangebot

Wir möchten uns dafür einsetzen, dass sich das Sprachkursangebot in Zukunft an dem tatsächlichen Bedarf der Studierenden orientiert. Gerade für Pflichtkurse wie „English for Layers“ oder „Business English“ fehlt es an Kapazitäten. Deshalb wollen wir, dass der aktuelle Bedarf für Pflicht-Sprachkurse anhand der Studierendenzahl ermittelt wird und die Kapazitäten der Sprachkurse dem tatsächlichen Bedarf angepasst werden.

 

Abschließend möchte ich die Gelegenheit nutzen, alle Studentinnen und Studenten der Uni Bayreuth darum zu bitten, am Mittwoch, den 6. Juni, wählen zu gehen. Uns würde es natürlich ganz besonders freuen, wenn wir euch mit unseren Ideen davon überzeugen konnten, eure Stimme am Ende der Liberalen Hochschulgruppe zu schenken. Ob ihr euch aber letztlich für uns oder für eine andere Hochschulgruppe entscheidet ist zweitrangig.

Viel wichtiger ist es, dass ihr die Chance habt, die Universität nach euren Vorstellungen mitzugestalten.

Nutzt sie!