Bereits seit einigen Jahren schafft die Universität Bayreuth gründerfreundliche und innovationsfördernde Rahmenbedingungen, um gründungsaffine Studierende und junge GründerInnen in ihrem Vorhaben zu unterstützen. Zum Sommersemester 2018 wurde nun auch das sogenannte Gründungssemester eingeführt.

 

Von der Idee bis zur Umsetzung

Den Anstoß für das Gründungssemester haben wir, die Liberale Hochschulgruppe Bayreuth, im Sommersemester 2017 mit unserem Antrag zur gründerfreundlichen Uni im Studierendenparlament gegeben. Die Unterstützung junger GründerInnen liegt uns besonders am Herzen, da der Balanceakt zwischen dem Gerecht werden der Anforderungen des Studiums und dem Gründen eines Unternehmens schwierig ist und bisher oft mit Problemen für die Betreffenden verbunden war. Gerade im Zusammenhang mit dem Projekt RIZ (Regionales Innovationszentrum) ist das Thema Gründertum in Bayreuth hoch aktuell geworden. Während mit dem RIZ ein Zentrum geschaffen werden soll, in dem gründungsaffinen Studierenden durch eine Vernetzung von Wissenschaft und Wirtschaft Unterstützung bei der Umsetzung ihrer Ideen erhalten sollen, bestanden auf universitärer Seite, nicht zuletzt durch unflexible Studienverläufe und die Regelstudienzeit, bisher eher Hindernisse bei der Gründung. Durch eine Beurlaubung aufgrund einer Unternehmensgründen haben Studierenden nun mit dem Gründungssemester die Möglichkeit, sich ein bis zwei Semester ganz auf die Unternehmensgründung zu konzentrieren, ohne ihr Studium vernachlässigen zu müssen. Wir als Hochschulgruppe sehen langfristig ein hohes Potential darin, dass aus studentischen StartUps auch nach dem Studienabschluss Arbeitsplätze in der Region entstehen können. Ein gutes Beispiel hierfür ist das Unternehmen Space Wallet, das von zwei Bayreuther Studenten gegründet wurde.

Auf der Suche nach einer Möglichkeit, Studierenden das Gründen eines Unternehmens von universitärer Seite zu erleichtern, wurden wir bei einem Austausch mit der Universität Passau auf das Modell des sogenannten Gründungssemesters aufmerksam. Dort hat sich bereits seit einiger Zeit ein entsprechendes Modell etabliert; darüber hinaus fördert die Stadt Passau GründerInnen zusätzlich mit einer eigenen Initiative.

Nachdem die Idee für ein „Bayreuther Gründungssemester“ ausgereift war, brachte unsere Fraktion einen Antrag zur Einführung des Gründungssemesters im Studierendenparlament ein, der in der 13. Sitzung am 23.05.2017 auch einstimmig angenommen wurde. Im Anschluss daran arbeitete unser Mitglied Christian Tichatschke als Beauftragter des Stupas zusammen mit Dr. Petra Beermann von der Stabstelle Entrepreneurship und Innovation und mit Vizepräsident Prof. Dr. Torsten Eymann die Details für die Ausgestaltung des Gründungssemesters aus. Im Dezember 2017 hat der Senat der Universität Bayreuth dem Vorschlag zugestimmt.

 

Ablauf der Beantragung eines oder auch zweier Gründungssemester

Zunächst muss der Antragsstellende eine allgemeine Beurlaubungsbegründung, ergänzt durch einen Businessplanentwurf, bei der Stabsabteilung Entrepreneurship und Innovation einreichen. In den darauf folgenden Wochen werden die eingereichten Unterlagen auf ihre Plausibilität und Realisierbarkeit geprüft sowie der Status der Gründung eingeordnet. Sollte auch ein zweites Urlaubssemester beantragt und genehmigt werden, so wird in diesem eine Prüfung der Fortschritte des Projekts und des ernsthaften Betreibens einer Gründung erfolgen. Neben dem Einreichen der schriftlichen Unterlagen, wird dem Antragsstellenden bei einem verpflichtenden Gesprächstermin bei der Stababteilung Entrepreneurship und Innovation (Gründungsberatung) die Möglichkeit gegeben, Stellung zum Vorhaben zu nehmen. Im Anschluss gibt die Stabsabteilung dann eine Stellungnahme zu den eingereichten Unterlagen ab.

Ist die Stellungnahme positiv, kann der/die Antragstellende sich schließlich an die Studierendenkanzlei wenden. Zur Vollendung des Beantragungsverfahrens ist dann noch das Einreichen des Antrags auf Beurlaubung mit der beigefügten positiven Stellungnahme der Stabsabteilung sowie der allgemeiner Begründung bei der Studierendenkanzlei erforderlich. Dabei sind die folgenden Fristen zu beachten: Für eine Beurlaubung im Wintersemester ist der Antrag bis zum 01.Oktober einzureichen; für eine Beurlaubung im Sommersemester endet die Frist am 01.April.

Der letzte Schritt des Verfahrens ist die Genehmigung des Antrags durch die Studierendenkanzlei.

Weitere Informationen könnt ihr auf der Website der Stabsabteilung Entrepreneurship und Innovation finden. (http://www.entrepreneurship.uni-bayreuth.de/de/index.html)

 

Wir, die liberale Hochschulgruppe, freuen uns sehr für die Einführung des Gründungssemesters und die damit einhergehende Verbesserung der Rahmenbedingungen für junge GründerInnen an unserer Universität. Wir möchten uns an dieser Stelle nochmals recht herzlich bei der Hochschulleitung und der Stabstelle Entrepreneurship und Innovation für den Rückhalt und die schnelle Umsetzung unserer Idee bedanken.