Der Konsum von Cannabis ist eine opferlose Straftat. Der einzige dem ich schaden kann ist mir selber. Es ist meine Grundüberzeugung, dass ich Herr meines Körpers und meiner Vernunft bin und damit der einzige der zu entscheiden hat, was ich damit anstelle. In den letzten Jahren haben wir vor allem gesehen, dass die Diskussion um die Legalisierung von Cannabis nicht nur in Deutschland, sondern weltweit wieder offen und in großen Teilen unideologisch geführt werden kann. Dazu hat gerade die Legalisierung in Colorado viel beigetragen. Wir müssen doch ehrliche sein. Der sogenannte amerikanische „War on Drugs“ , und sein trauriger kleiner Bruder in Deutschland, sind gescheitert. Jetzt brauchen wir einen neuen Weg. Und dazu zeigen die Beispiele aus den USA und den Niederlanden neue die richtige Richtung.

In Bayern sind an Glücksspiel und Alkohol sicher mehr Menschen zugrunde gegangen als an dem Konsum von Cannabis. Das Verbot von Cannabis hat nichts mit konservativen Werten zu tun, sondern ist Ausdruck einer völligen Fehlinterpretation der gesellschaftlichen Akzeptanz und eine rückwärtsgewandte Haltung.

Es gibt inzwischen viele Stimmen, die sich für die Legalisierung aussprechen, wie etwa die Resolution des „Schildower Kreises“, die 122 Strafrechtsprofessoren unterschrieben haben, oder die Aussage des Präsidenten der Deutschen Polizeigewerkschaft.

Und auch die gegen Argumente taugen nicht. Die gesundheitlichen Gefahren sind bei Zigaretten oder Alkohol ebenfalls vorhanden. Auch die krebserregende Wirkung ist beim Verzehr von Cannabis als Tee oder Plätzchen nicht nachweisbar. Trotzdem schaffen es die Konsumenten in einem überwältigenden Anteil mit diesen Genussmitteln verantwortungsvoll umzugehen.

Mit Prävention wurde gerade bei Alkohol und Tabak bereits viel erreicht. Anstatt Geld und Zeit der Ordnungskräfte zu verschwenden, täte Deutschland gut daran, diese Mittel in sinnvolle Aufklärungsprogramme zu stecken. Und auch das Einstiegsdrogenargument ist Humbug.

Der Einstieg in härtere Drogen wird gerade durch die Illegalität von Cannabis gefördert. Denn der Dealer, der illegal Cannabis verkauft, bietet auch die gefährlichen Sachen an und erleichtert es erst so, dass der Konsument an den harten Stoff kommt. Nicht die Hemmschwelle des Cannabiskonsums ist das Problem, sondern der Kontakt zum Dealer.

Wenn Cannabis in Apotheken und lizensierten Shops verkauft werden würde, wie es die Freien Demokraten in Bayern fordern, würden Konsumenten erst gar nicht in Kontakt mit härteren Drogen kommen. Auch ist dann die Abgabe an Minderjährige viel effektiver zu kontrollieren als heute.

Beides sind Eigenschaften, welche Cannabis nicht mit sich bringt. Weder ist das Suchtpotenzial außerordentlich hoch, noch werden Menschen willenlose Junkies, wenn sie ab und zu einen Joint rauchen. Beim Cannabiskonsum gibt es kein Opfer, deshalb sollte er auch kein Verbrechen sein.